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eBay Bilderklau: Tool + Rechtstipps bei Foto Diebstahl

eBay

Über Onlinetools lässt sich heute auf leichte Weise ermitteln, ob und wo Dritte Produktbilder bei eBay übernommen haben. Wir geben Tipps, wie man in Fällen von Bilderklau die Beweise sichert und Urheberrechtsverletzungen wirksam verfolgt.

Übernahme von Fotos bei eBay ist verboten

Wer Zeit, Geld und Mühen in die Entwicklung attraktiver Produktfotos investiert, stellt mitunter fest, dass seine Bilder plötzlich auch in fremden eBay-Auktionen auftauchen. Die ungefragte Übernahme fremder Fotos in eBay-Auktionen ist natürlich verboten – sowohl für private als auch gewerbliche Verkäufer.

Tool zur Ermittlung von Bilderklau bei eBay

Die Firma Anticopy GmbH hat ein Onlinetool entwickelt, mit dessen Hilfe potentielle Fälle von Bilderklau bei eBay ganz einfach ermittelt werden können. Probieren Sie es aus.

Geben Sie hier Ihren eBay-Namen (Account) ein. Das Tool ermittelt sofort, wer für welche Auktionen Ihr Bildmaterial nutzt:

Sofern Sie mehrere ebay-Accounts haben oder aus anderen Gründen bestimmte ebay-Accounts vom Suchlauf ausschließen wollen, geben Sie hier die entsprechenden ebay-Namen ein:

Weiteren eBay-Namen ausschliessen

Rechtstipps zur Verfolgung von Foto-Urheberrechtsverletzungen

Haben Sie eine unerlaubte Übernahme Ihrer Fotos festgestellt? Beachten Sie bei der Verfolgung ihrer Rechte die nachfolgenden Rechtstipps.

1. Urheberrechtliche Schutzfähigkeit?

Die Qualität Ihrer Fotos mag der Grund gewesen sein, warum sie von der Konkurrenz übernommen wurden. Urheberrechtlich kommt es auf die Bildqualität jedoch nicht an. Lichtbilder sind nach § 72 Abs. 1 UrhG genauso urheberrechtlich geschützt wie sog. Lichtbildwerke. Im Gegensatz zu Texten bedarf es keiner Schöpfungshöhe, so dass auch einfache Schnappschüsse, Produktfotos urheberrechtlich geschützt sind.

2. Sichern Sie die Beweise

Insbesondere für den Fall eines Prozesses ist es wichtig, die Urheberrechtsverletzung gerichtsfest nachweisen zu können. Bei Bilderklau im Internet eignet sich neben Screenshots vor allem die Speicherung ganzer Webseiten (nicht der ganzen Website). Möglich ist auch die Erstellung von PDF-Auszügen mit Link und Datumsangabe. Bei Papierausdrucken muss darauf geachtet werden, dass das Datum aufgedruckt ist. Generell empfehlen wir, Beweise auf mindestens zwei verschiedene Weisen zu sichern.

3. Wichtig: Nachweis der eigenen Urheberschaft

Falls Sie im Zusammenhang mit dem jeweiligen Bild als Urheber genannt sind, kann eine gesetzliche Vermutung zu Gunsten Ihrer Urheberschaft greifen (§ 10 UrhG). Die Vorschrift gilt allerdings nur, wenn auf dem Bild der Name bzw. das Pseudonym einer natürlichen Person als Urheber genannt ist, z.B. als Wasserzeichen. Ein Firmenname reicht nicht aus.

Soweit zu Ihren Gunsten keine Urhebervermutung greift, müssen Sie den vollen Beweis Ihrer Urheberschaft erbringen. Dafür eignen sich neben Zeugen auch unbearbeitete Originalbilder oder bearbeitete Bilder mit hoher Auflösung, über die der Bilderdieb nicht verfügen kann.

4. Abmahnung: Unterlassung, Auskunft, Zahlung

Hat man die Urheberrechtsverletzung ermittelt und gesichert, sollte der Verletzer im letzten Schritt abgemahnt werden (§ 97 a Abs. 1 UrhG). Die Abmahnung muss nicht über einen Rechtsanwalt erfolgen. Die Ansprüche können auch per Eigenabmahnung geltend gemacht werden. Eigenabmahnungen sind allerdings risikobehaftet. Sträubt sich der Verletzer, kann man die Kosten einer nachfolgenden anwaltlichen Abmahnung unter Umständen nicht ersetzt verlangen. Wir empfehlen deshalb, den Verletzer unmittelbar über einen Rechtsanwalt abmahnen zu lassen.

Soweit die Abmahnung berechtigt ist, müssen die Abmahnkosten dann vom Verletzer ersetzt werden. Der für die Höhe der Abmahnkosten maßgebliche Gegenstandswert ist abhängig davon, ob die Urheberrechtsverletzung im gewerblichen oder privaten Bereich begangen wurde. Für die Ansprüche auf Unterlassung und Beseitigung hat sich bei Lichtbildern im gewerblichen Bereich ein Gegenstandswert in Höhe von 6.000,00 € etabliert. Wurde der Bilderklau von einem Kleingewerbetreibenden begangen, halbieren viele Gerichte den Gegenstandswert auf 3.000,00 €. Privatpersonen profitieren regelmäßig von § 97a Abs. 3 UrhG, wonach ein Gegenstandswert von nur 1.000,00 € anzusetzen ist. Dem jeweiligen Gegenstandswert hinzuzusetzen ist die Höhe des Schadensersatzanspruchs.

Nachfolgende einige Beispiele für Abmahnkosten bei einer 1,3 Geschäftsgebühr zuzüglich Post- und Telekommunikationspauschale. Umsatzsteuer muss nur dann ersetzt werden, wenn der abmahnende Rechteinhaber nicht vorsteuerabzugsberechtigt ist. Für das Beispiel wurde dem jeweiligen Gegenstandswert der Unterlassungsanspruch ein Anspruch auf Schadensersatz in Höhe von 400,00 € hinzuaddiert.

  • 6.400,00 € Gegenstandswert = 546,50 € (zzgl. 19% USt.)
  • 3.400,00 € Gegenstandswert = 347,60 € (zzgl. 19% USt.)
  • 1.400,00 € Gegenstandswert = 169,50 € (zzgl. 19% USt.)
Werden Ihre Fotos bei eBay unberechtigt von Dritten genutzt? Nutzen Sie unsere unverbindliche und kostenfrei Ersteinschätzung.

© fotomek – Fotolia.com

Autor:

Avatar for Niklas Plutte

ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz mit Sitz in Mainz. Folge Niklas bei Twitter. Du findest ihn auch bei Facebook.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Avatar for Niklas Plutte

    Danke für diesen tollen, wenn auch ein wenig überraschenden Artikel.
    Wie kommen Sie auf die Beispielhaften 400,-€ Schadensersatz ?
    Weiter würde mich grundsätzlich interessieren, wie man in einem solchen Fall den Schadensersatz korrekt ermittelt ?

    Da Sie nun, soweit ich das verfolgt habe, erstmals die Rechtslage aus Urhebersicht beleuchten, wie wäre es mit einem Beitrag zum Thema Lizenzverstöße?
    Wie verhalten sich Urheber in solchen Fällen richtig ?
    Zum Beispiel Nutzung ohne vereinbarte Urheberbenennung, daher ohne Erbringung der vereinbarten Gegenleistung.
    Was kann man da Ihrer Ansicht nach tun ?

    Antworten

  2. Avatar for Niklas Plutte

    Ein sehr informativer Artikel für einen ersten Überblick. Vielen Dank.

    Einen wesentlichen Knackpunkt unterschlagen Sie aber leider: wie bekomme ich von ebay Name und Anschrift des Schädigers, ohne die eine Abmahnung ja schlecht möglich ist? Ist ebay zur Auskunft verpflichtet?

    Antworten

    • Avatar for Niklas Plutte

      Gern geschehen. Sofern die Daten nicht im Impressum aufgeführt sind, über einen Testkauf. eBay ist in der Tat nicht zur Auskunft verpflichtet.

      Antworten

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